Die Ergebnisse der Studie

Fakten rund ums umweltfreundliche Dach

In einer Studie des Öko-Instituts wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass Dachsteine gegenüber Dachziegeln bei fast allen Wirkungskategorien deutlich besser abschneiden.

Jede Wirkungskategorie steht für einen Umweltschwerpunkt. Die in der Öffentlichkeit bekannteste Wirkungskategorie ist der Treibhauseffekt. Weitere Kategorien sind das Versauerungspotenzial, das Überdüngungspotenzial, das Sommersmog-Potenzial sowie das Feinstaub-Risikopotenzial. Darüber hinaus wurden der kumulierte Energieaufwand, der Abbau mineralischer Rohstoffe sowie das Humantoxizitätspotenzial am Beispiel Quecksilber betrachtet. Auf den folgenden Seiten finden Sie die Ergebnisse innerhalb der einzelnen Kategorien. Alle nachfolgenden Ergebniswerte beziehen sich auf ein Objekt mit 160 m² Deckfläche. Die Ökobilanz weist wissenschaftlich nach, dass Dachsteine aus Beton gegenüber Dachziegeln aus Ton bei fast allen Wirkungskategorien deutlich besser abschneiden.

Geringerer Energieverbrauch

Für die Rohstoffbereitstellung, Produktion, Verpackung und Auslieferung des Dachsteins werden im Vergleich zum Dachziegel nur etwa 30 % der Energie verbraucht. Zu diesem Ergebnis kommt die Untersuchung des kumulierten Energieaufwandes, der die Energiemenge für Herstellung, Transport, Lagerung und Verkauf eines Produktes einschließlich aller Vorprodukte und Produktionsprozesse beschreibt. Der Grund: Beim Dachziegel bestimmt das Brennen der gesamten Pfanne den Energieverbrauch, beim Dachstein ist die Rohstoffbereitstellung (Zementproduktion) der größte Faktor.

Kumulierter Energieaufwand in Megajoule

Vergleich Energieaufwand zwischen Dachsteinen und Dachziegeln

Vermindertes Treibhauspotenzial

Das Treibhauspotenzial ist der mögliche Beitrag eines Stoffes zur Erwärmung der erdnahen Luftschichten und der Meere, auch globale Erwärmung genannt. Alle Emissionen, die den Treibhauseffekt betreffen, werden in so genannten Kohlendioxid- Äquivalenten (CO2-Äquivalenten) angegeben. Die Ökobilanz zeigt: Wird ein Dach mit Dachsteinen gedeckt, werden deutlich weniger CO2-Äquivalente verursacht, als es bei Dachziegeln der Fall ist.

Treibhausgasemission (CO2-Äquivalente) in Kilogramm

Vergleich Treibhausgas-Emission zwischen Dachsteinen und Dachziegeln

Besonders deutlich wird das am Beispiel eines durchschnittlichen Einfamilienhauses mit 160 m2 Dachfläche: Bei einer Deckung mit Dachziegeln entstehen rund 3.400 kg CO2-Äquivalente, bei Dachsteinen hingegen nur rund 1.550 kg. Es fallen also circa 55 % weniger Treibhausgase an.

Diese günstige CO2-Bilanz erklärt sich aus dem Brennprozess: Beim Brennen muss der ganze Dachziegel auf hohe Temperaturen erhitzt werden. Beim Dachstein ist dies nur für das Bindemittel Zement erforderlich. Und weniger Energieverbrauch bedeutet auch geringere CO2-Emissionen.

Gegen Sauren Regen

Luftschadstoffe wie zum Beispiel Schwefeldioxid und Stickoxide werden im Regenwasser zu Säuren umgewandelt und gelangen als saurer Regen in Böden und Gewässer. Eine Folge ist das Waldsterben. Die Wirkung versauernder Emissionen wird als Versauerungspotenzial bezeichnet und in Schwefeldioxid-Äquivalenten (SO2-Äquivalenten) gemessen.

Versauerungspotential (SO2-Äquivalente) in Kilogramm

Versauerungspotenzial bei Dachsteinen und Dachziegeln

Dachsteine schneiden bei Betrachtung des Versauerungspotenzials wesentlich günstiger ab als Dachziegel. Der Grund: Wegen des geringeren Energieaufwandes bei der Herstellung von Dachsteinen im Vergleich zu Dachziegeln werden weniger als die Hälfte der SO2-Äquivalente freigesetzt.

Entlastung der Ökosysteme

Die Anreicherung von Stickstoff und Phosphor in Boden und Gewässern wird als Überdüngungspotenzial oder Eutrophierungspotenzial bezeichnet. Beide Stoffe wirken als Dünger und können in empfindlichen Ökosystemen wie zum Beispiel in Seen zum „Umkippen“ beitragen.

Überdüngungspotential (PO4-Äquivalente) in Kilogramm

Überdüngungspotenzial für Dachsteine und Dachziegel

Dachsteine weisen gegenüber Dachziegeln nur etwa die Hälfte des Überdüngungspotenzials auf. Die Ursache dafür liegt darin, dass im Produktionsprozess bei Dachsteinen durch den geringeren Energieverbrauch auch weniger Stickstoff und Phosphor freigesetzt werden.

Weniger Sommersmog

Die Belastung der bodennahen Luft durch eine hohe Ozonkonzentration ist gerade in der warmen Jahreszeit ein unliebsames Phänomen, das wir unter dem Begriff Sommersmog kennen. Entsprechend wird die Möglichkeit zur bodennahen Ozonbildung als Sommersmog-Potenzial oder Photooxidantienpotenzial bezeichnet.

Auch bei dieser Wirkungskategorie zeigen sich die ökologischen Stärken des Dachsteins. Insbesondere die relativ weiten Lieferwege für Dachziegel fallen bei dieser Wirkungskategorie ins Gewicht.

Photooxidantienpotenzial (Ethen-Äquivalente) in Kilogramm

Sommersmog-Potenzial von Dachsteinen und Dachziegeln

Verringertes Feinstaubrisikopotenzial

Die toxische Schädigung von Menschen durch Feinstaub wird mit dem Feinstaub-Risikopotenzial bewertet. Auch hier fällt die Bilanz für den Dachstein mit nur etwa 50 % der Feinstaubbelastung im Vergleich zu Dachziegeln günstiger aus.

Das Öko-Institut hat zur Betrachtung des Feinstaub-Risikopotenzials einschränkend darauf hingewiesen, dass keine belastbaren Werte zum Abbau der mineralischen Rohstoffe vorlagen.

Feinstaubpotenzial (PM 10-Äquivalente) in Kliogramm

Feinstaubpotenzial für Dachsteine und Dachziegel

Atmosphärische Quecksilberemissionen

Lediglich bei den atmosphärischen Quecksilberemissionen 19 schneiden Dachsteine schlechter ab als Dachziegel. Maßgebend hierfür sind die Emissionen aus der Zementherstellung, die aus Verunreinigungen in den Brennstoffen beziehungsweise Bestandteilen der Rohstoffe stammen. Allerdings streuen die Werte von Anlage zu Anlage stark, so dass nach Feststellung des Öko-Instituts die dargestellten Unterschiede nicht überinterpretiert werden dürfen. Auch ist das Institut bei der Bewertung nach eigener Aussage von Annahmen ausgegangen, die den Dachstein aus Beton gegenüber dem Dachziegel aus Ton tendenziell schlechter stellen.

Atmosphärische Quecksilberemissionen in Milligramm

Atmosphärische Quecksilberemissionen bei Dachsteinen und Dachziegeln

Schonung Mineralischer Rohstoffe

Sowohl für Dachziegel als auch für Dachsteine werden mineralische Rohstoffe wie Ton, Sand und Kalkstein in der Natur abgebaut. Bei Betrachtung der Gesamtmengen an abgebauten mineralischen Rohstoffen fällt auf, dass auch hier der Dachstein mit rund 8,5 Tonnen besser als der Dachziegel mit 11,25 Tonnen abschneidet. Für Dachziegel ist es im Wesentlichen der Anteil Ton, der im Prozess gebraucht wird, für den Dachstein sind es die Rohstoffe Sand sowie Gips und Kalkstein als Bestandteile des Zements.

Abbau mineralischer Rohstoffe in Tonnen

Abbau mineralischer Rohstoffe für Dachsteine und Dachziegel

Das Öko-Institut stellt fest:

Insgesamt kann aus Sicht des Öko-Instituts der Schluss gezogen werden, dass Dach-Steine aus Umweltsicht Dach-Ziegeln vorzuziehen sind.